12. Mai 2007Ein Ring sie zu knechten und alle zu finden - ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden...Strahl, grins und nochmal strahl! 
Nun war der grosse Augenblick also gekommen, puenktlich um Mitternacht wurden wir inkognito von Agus abgeholt, dieses Mal sogar mit neuem Fahrer und Gefaehrt. Nach einer guten Stunde Fahrt zu dem fuer Euch noch unbekannten Ziel, schraubten wir uns durch's Gebirge gen Himmel. Dabei hat das Auto gefuehlt fast eine Graetsche gemacht. Zwar sah es leistungsfaehig aus, aber der Effektivitaet nach zu urteilen war das ein reiner Blender. Oder der Motor ist schon dermassen zerschossen, who knows. Irgendwie haben wir's dann aber doch geschafft und mit einer Taschenlampe bewaffnet den Auftstieg angetreten. Zuerst waren wir ein wenig schockiert, denn was war das?! - Eine grosse japanische (?) Touristengruppe, die wir schon einen Tag vorher im Borobudur-Tempel kennenlernen durften, fand sich zeitgleich mit uns ein. Da sahen wir unsere Felle schon davon schwimmen...Doch da man noch einen kleinen Fussweg zum finalen Platz der Begierde hinter sich bringen musste, liessen wir das Blitzlichtgewitter und den wuselnden Trupp endgueltig hinter uns. Puh, Glueck gehabt!
Oben angekommen offenbarte er sich uns mit seiner ganzen Schoenheit: der Kalkunning, ein aktiver Vulkan, der stetig Lava ausspuckt und im 2 Jahres-Zyklus dazu noch mal zuenftig errosiert und sich dann ueber das umligenede Gebiet ergiesst. Und wir standen quasi zu seinen Fuessen, mitten in einem Lavafeld, was fuer Menschen zur Zeit des moeglichen Ausbruchs gesperrt ist.
Neugierig wie wir nunmal sind mussten wir die Umgebung noch ein Stueckchen weiter erforschen, als es Agus lieb gewesen waere. Unter vielen Beteuerungen, dass wir vorsichtig sind, uns nicht zu weit von unserem eigentlichen "Stuetzpunkt" entfernen und dass wir auch bald zurueck kehren, liess er uns dann doch gehen. Auch wenn er sich letztendlich doch nicht erwehren konnte, und schon bald ein leises "Taaanjaaa???" durch die Dunkelheit hallte, weil er sich sorgte und uns suchen gegangen ist. Unter weiteren hoch und heiligen Versprechungen bald zum Platz zu kommen und nun wirklich nicht noch weiter zu gehen, weil wir bis zu einer Schlucht vorgewandert sind, ist er dann widerwillig ohne uns schonmal zurueck gegangen. Fuer ihn muessen in dieser Nacht arktische Temperaturen geherrscht haben. Zumindest hatte er mehrere Lagen Klamotten und Jacken an, eine Wollmuetze auf, und als wir zu unserem Platz gekommen sind dazu ein Lagerfeuer entfacht, was mal so richtig romantisch war.
Da waren wir also, zwei absolut von der Natur und Umgebung ueberwaeltigten Maedels, den Blick vom Vulkan nicht abwenden koennend. *smile* Ausser den Naturgeraeuschen herrschte absolute Stille. Nur der Kalkunning blubberte beeindruckend und absolut surreal vor sich hin. Immerhin kommt dieses Geraeusch aus den Untiefen des Erdkerns, wer da nicht beeindruckt waere, der muss schon irgendwie komisch sein! Oder dort wohnen. Und als ob dieses wunderschoene Naturspektakel nicht schon genug der Ueberwaeltigung auszuloesen vermochte, spuckte er dann auch noch in unregelmaessigen Abstaenden Lava aus, die sich dann schneller als man erwarten wuerde den Vulkan herunter waelzte. War das geil! Stundenlang sassen wir so da, nachdem das Feuer erloschen war und der Mond untergegangen in vollkomener Dunkelheit, absolut ergriffen und dauergrinsend... Und konnten unser Glueck gar nicht richtig fassen. So gegen 4 Uhr forderte der Koerper allerdings sein Schlafdefizit ein, was wir erfolgreich mit einem grossen Becher Kaffe bekaempft haben. Dazu mussten wir zunaechst wieder absteigen, sind dann aber nach einer kurzen Regenrationsphase wieder zurueck an unseren angestammten Platz gekehrt, um den neuen Morgen zu begruessen. Und da kam sie nun, die Sonne, ganz gemaechlich ueber die Berge gekrochen und huellte die Umgebung nach und nach in ein goldiges Licht. *seufz* Und nun konnten wir auch die Umgebung in ihrer Gesamtheit erfassen - wir standen wirklich mitten im Vulkanfeld, seitlich eine riesige Schlucht, in der sich die Lava dahinwaelzt, wenn der Kalkunning so richtig tobt... Das musste natuerlich alles nochmal ganz genau bei Tageslicht unter die Lupe genommen werden.

Also haben wir wie ueblich unser Zeitlimit geringfuegig ueberzogen und Agus musste schon energisch durchgreifen, um uns zurueck zum Auto zu lotsen. Selig und total platt von dieser wunderbaren Nacht sind wir also im Hotel wieder ausgespuckt worden, um dort puenktlich gegen 7 Uhr noch unser Fruehstuecksmahl einzunehmen und dann erschoept ins Bett zu fallen...
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