Kiwi-Rising

» Kiwi-Rising - Reiseberichte aus Neuseeland und Indonesien von Tanja & Franziska

12. Mai 2007

Volle Breitseite

Heute hiess es mal wieder um 6 Uhr aufstehen, um den Tag moeglichst effektiv zu nutzen. Auf ging's zum Weltkulturerbe Prambanan, der groessten buddhistischen Tempelanlage auf Java.

Prambanan

Das ist einmal ein alte Tempelkomplex wie er im Bilderbuche steht. Das Areal besteht aus 5 Haupt- und mehreren Nebentempeln, welche bei den letzten Erdbeben zunaechst fast komplett zerstoert wurden, und welche im Begriff sind neu rekonstruiert zu werden. Echte Sisyphusarbeit will ich meinen, denn die Tempel standen teilweise sehr eng beieinander. Man kann die Tempel zwar nicht betreten, aber es ist schon beeindruckend genug sie von aussen zu bestaunen. In der Zeit, in der wir gerade auf dem Gelaende waren bebte die Erde mit einer stattlichen 5,2 auf der Richterskala, aber um ehrlich zu sein haben wir davon nicht wirklich was bemerkt.

Sultan Palace Yogjakarta

Im Anschluss sind wir zum Sultanspalast in Yogja gefahren. Noch immer durch den mittlerweile  9. Sultan bewohnt sind zumindest gewisse Bereiche zur Besichtigung fuer die Oeffentlichkeit frei gegeben. Man konnte die "Festhallen", sein persoenliches Museum und den Aussenbereich besichtigen. Im Hof sassen einige der Sultanswachen (von gut 2000) rum und haben die Lage im Auge behalten.

Wasserschloss

Das Wasserschloss glaenzt lustiger Weise durch die Abwesenheit von Wasser und ist nicht mehr in Betrieb. Die Atmosphaere laesst aber erahnen, wie der Sultan hier seine Konkubinen beim Baden "begutachtet" hat. Zwischen zwei aussenliegenden Schwimmbecken, die durch eine hohe Mauer und einen tiefen Graben eingefasst sind, befindet sich ein Gebaeude mit Sauna und einem Turm. Bei Bedarf, dass heisst wenn man vor Feinden Verteidigung suchte, fluechtete man sich in den inneren Ring. Wenn der Feind durch den Graben folgte wurde dieser kurzerhand geflutet, sodass jeder, der sich darin befand abgesoffen ist. Ansonsten hat der Sultan das Bad zum eigenen Vergnuegen genutzt. Auf der einen Seite befand sich das Frauenbad. Aus dem zwischen den Baedern liegendem Gebaeudetrakt konnte er seinem "Harem" beim Baden zusehen. Der Frau seiner Begierde hat er dann aus einem Turm eine Blume zugeworfen, was einer Art Einladung gleichkam, mit ihm zusammen in dem anderen Becken intim zu baden...

Pantai Parangtritis - und volle Breitseite

Hierbei handelt es sich um einen wunderschoenen weitlaeufigen Lavastrand. Etwas abgelegen finden sich hier scheinbar auch mehr Einheimische als Touristen ein, zumindest zu dem Zeitpunkt, als wir dort waren. Der Strand verlockt auf den ersten Blick zum ausgelassenem Baden, was man allerdings lieber unterlassen sollte, wenn einem das Leben lieb ist. Nach wenigen Metern seichten Gefaelles faellt der Meeresboden schlagartig ab, und man erahnt an der Brandung, dass man keine Chance haette sich aus diesem Sog wieder freizukaempfen. Die Wellen sind wohl der Traum eines jeden Surfers, aber es ist wirklich schon gefaehrlich genug in den ersten 5 Metern im Wasser zu planschen. Der Sog ins Meer ist verdammt stark und die Brandung unberechenbar, wie wir schon bald selbst feststellen mussten, huestel...

Nach einem kleinen Spaziergang am Wasser entlang fuehrte uns unsere unbaendige Neugier zwischen vulkanisches Gestein, was sich am Rande des Wassers befand (so zumindest der erste Eindruck). Freudig erregt hinter einem Felsbrocken, und Fraenze ein Stueck hinter mir, standen wir also im ach so seichtem Wasser und ueberlegten, wie weit wir uns wohl noch vorwagen konnten. Und kaum das man sich versah, lachte uns auf einmal eine ganz schoen hohe Flutwelle an, die erst um die eine und dann auch noch um die andere Ecke angerauscht kam. Ploetzlich Auge in Auge mit dem Wasserpegel war das ein absoluter Adrenalinkick - und alle Fluchtwege waren schlagartig abgeschnitten! Mit Kameras und Beuteln in der Hand stellte sich nun die Frage - was tun?!! Fraenze entschied sich erstmal ein Foto zu machen, muss ja schliesslich alles dokumentiert werden, hihi...     

IMG_5528[1]-1177602308

Erst dann konnte sie sich zu der Entscheidung durchringen die Arme hochzureissen, um wenigstens die Tasche und Kamera trocken zu belassen. Ich stand ja nun etwas weiter vorne, ergo war das Wasser etwas schneller am Mann bzw. an der Frau, und auf Fraenze konnte ich in Anbetracht der Situation auch net mehr so recht achten.

Geringfuegig nass bis zum Hintern habe ich mich spontan dazu entschlossen barfuss auf einen Lavafelsen zu klettern (autsch!), denn noch weiter absaufen wollte ich dann doch nicht. Und auch das Meer betrachte ich lieber von oben...  Nachdem das Wasser endlich soweit abgeflossen war, dass man sich wieder runter wagen konnte war Fraenze weg. Hilfe! Wo ist sie nur hin?!! Nicht mehr ganz so gemuetlich wie auf dem Hinweg bin ich dann um mehrere Ecken gejoggt, bevor uns die naechste boese Ueberraschung heimsucht - mit der Erwartung mein Franzilein jeden Augenblick zu sehen. Dem war nicht so, aber Gott sei Dank hat sie sich bereits in sichere Gefilde gefluechtet! Und nass und sandig bis zum Ar... war sie noch dazu! Was macht man nicht alles fuer die Berichterstattung und seine Kamera.    

Zumindest war das Abenteuer genug, also haben wir uns kurzerhand dazu entschlossen den Rueckweg anzutreten. In Anbetracht unseres Zustandes und dem drohendem naechsten Regenguss haben wir uns unseren lang gehegten Wunsch erfuellt - eine romantische Kutschfahrt mit einem kleinem mageren Pferdchen...   

Gut durchnaesst sind wir dann den Rueckweg angetreten, der noch meherere Stunden Autofahrt mit sich brachte.



Kommentare

29.04.07 00:46  Miri     
Au verdammt, das nenne ich wirklich aufopfernden Reisejournalismus! Die zwinkernden Smileys täuschen allerdings kaum darüber weg, dass das ziemlich brenzlig war! Pfui! Das Foto is genial, Kompliment! Aber ihr müsst auch an mein armes Herz denken ;-)

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