Kiwi-Rising

» Kiwi-Rising - Reiseberichte aus Neuseeland und Indonesien von Tanja & Franziska

12. Mai 2007

Island Hoppers (fertige Version)

Da simma wedda! Freigelassen auf der Südinsel haben wir uns seit dem 22. Juni bei Carsten im Wohnzimmer eingenistet und besetzen dieses hartnäckig. Bei Carsten bedeutet in Nelson -  der Stadt mit den meisten Sonnenstunden im Jahr.

Once upon a time there've been two girls working on a dairy farm... Man soll aufhören wenn's am Schönsten ist.    Am 13.Juni hatten wir unseren letzten Arbeitstag auf Orini Downs. Zum Abschied haben wir zusammen mit Gonzalo ein leckeres Abendessen bei Aranza und Wally gekocht. Vollgefressen und glücklich sind wir im Anschluß zum vorerst letzten Mal in "unser" Farmhäuschen zurückgekehrt, wo wir letzte Reisevorbereitungen getroffen und auf die Guten Zeiten angestoßen haben. Am nächsten Morgen sollte wieder äußerst früh aus den Betten gesprungen werden, weil Nacho (Freund von Gonzo) aus Auckland vom Flughafen abgeholt werden mußte, und da dies ebenso unser Ziel für den Tag war, sind wir zusammen um 5 Uhr  losgefahren. Doch nicht ohne zuvor ein Überraschungs-Geburtstagsfrühstück für unsere fleisch- und brotfressende Pflanze dahinzuzaubern. Gonzo, you are an old man now.    Leider mussten wir unseren liebgewonnenen Gefährten zurücklassen, aber man sieht sich immer zweimal im Leben...

In Auckland wartete unser rental car auf uns, das wir aber erst gegen Mittag abholen konnten; wir überbrückten die Zeit mit ordentlich viel Kaffee, mmmh, yummie. Und dann war es soweit, wir konnten unseren fahrbaren Untersatz abholen. Es durfte auch gerne etwas mehr sein. Als unsere großen Rucksäcke erspäht wurden (dabei waren das ja nur die kleinen, da wir die großen auf der Farm gelassen hatten, hoho...) bekamen wir gleich einen Fünftürer in tollem Rot, joi. Und los ging´s, ab in die neugewonnene Freiheit aber nicht ohne vorher einen neuen Gefährten an Bord zu nehmen.

von Auckland nach Coromonadel - leicht gemacht

Am 14.Juni also am Flughafen Auckland entstieg ein weiterer "Hannoveraner" dem Flugzeug und betrat feierlich neuseeländisches Hoheitsgebiet. Da war er - der Alex, müde und gespannt in fernen Landen lag das Ende einer langen Reise scheinbar schon in greifbarer Nähe. Unter inständigen Beteuerungen unsererseits - das Hostel unserer Wahl liege nur 2, allerhöchstens 3 Fahrtstunden entfernt, begab er sich in unsere Obhut.

Auf ging's Richtung Coromandel, einer Art Halbinsel mit wunderschönen Reservaten und beeindruckender Natur. Unser Ziel Coromandel Town, was zu erreichen wir mit ca. 2 Stunden Fahrtzeit veranschlagt hatten, rückte auf mysteriöse Weise in schier unerreichbare Ferne. Nicht zuletzt weil wir den Coastal Drive mit geilem Panorama der herkömmlichen Strecke vorgezogen haben und bei dieser Mission "ein wenig" vom rechten Pfad abgekommen sind.     Von unserem anfänglich gesteckten Reiseziel sind wir langsam abgewichen als die Dämmerung einsetzte. Noch schnell ein Hostel in erreichbarer Entfernung ausgemacht (gepriesen sei der "Lonely Planet") und so schnell kommt man zu einer neuen Reise-Etappe. Alex ist während dieser 2-stündigen Fahrt, die auf unerklärliche Weise ca. 5 Stunden des Tages verschlungen hat, eingschlafen. Nicht einmal die neuseeländischen Ralley-Strecken (die Kiwis lieben offenbar extrem kurvige Straßen)  konnten ihn wecken - ganz anders unser aufgeregtes "Scheiße, scheiße, scheiße... OAH SCHEISSE!!!" plupp plupp - ein seichtes Huppeln, welches von  einem Opossum herrührte, hüstel... Hiermit haben wir uns als waschechte Touristen geoutet, denn echte Kiwis hätten Gas gegeben - wir haben gebremst, und es trotzdem erwischt. Strike!

Aber alles hat einmal ein Ende, so auch eine lange Reise, hehe... Wir haben uns entschieden einen Zwischenstopp in Thames einzulegen,  wo wir in einem sehr familiären Hostel übernachtet haben. Von ehemaligen Backpackern für Backpacker - das kleine Hostel wird mit viel Liebe zum Detail und Gemütlichkeit geführt, und besteht  insgesamt aus nur 2 Holzhäuschen mit einem Anbau. Die lockere Atmosphäre erinnert eher an eine WG oder Kommune als an ein Hostel. Das machte den Aufenthalt total nett und man kam mit anderen Leuten schnell und unkompliziert ins Gespräch.

Backpackers in Thames

 

Bushwalk - natürlich nur 2 Stunden

Nach einer erholsamen Nacht und einem zünftigen Frühstück haben wir unsere sieben Sachen ins Auto geworfen und uns zum To Kauaeranga Valley aufgemacht. Ein 2-stündiger Walk quer durch den "Urwald" sollte heute getätigt werden. Der Plan lautete eine Stunde  einem Track zu folgen und dann umzudrehen und den Weg zurückzugehen. Doch wie schon die Vergangenheit zeigte - umkehren kommt nicht in Frage, und so sind wir all in all mal wieder um die 5 Stunden zu Fuß unterwegs gewesen. Wie konnte das nur geschehen?!!  Der Track an sich war total spannend und abwechslungsreich. Über Stock und Stein, entlang spektakulärer Pfade quer durch die artenreiche Flora Enzets mit  nicht einkalkulierten Flußüberquerungen führte uns dieser Spontanausflug. Ziemlich geschafft aber glücklich sind wir dann letztendlich doch noch vor Dämmerungseinbruch zurück am Auto angelangt und konnten unsere nächste Reise-Etappe noch in Angriff nehmen - Whitianga.

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Cathedral Cove und Hotwater Beach

Von Whitianga zur Cathedral Cove ist es kein weiter Weg. In einer etwa halbstündigen Autofahrt gelangt man zu einem Parkplatz, von dem aus ein ca. 45 minütiger Walk zum Ort des Geschehens führt. Die Cathedral Cove ist aufgrund des mächtigen und natürlich entstandenem Bogens aus Kalkstein bekannt. Auch hier eröffnen sich einem atemberaubende Aussichten  auf das Gebirge und auf's Meer, und wenn man genug Zeit mitbringt wird einem bei rechter Wetterlage ein unerträglich schöner Sonnenuntergang zuteil. 

 Cathedral Cove

 

Aber der Abenteuer an diesem Tag noch nicht genug. Bevor wir dieses herrliche Naturschauspiel genießen konnten, tätigten wir noch einen Abstecher zum nahegelegenen Hotwater Beach. Hm, was mag das wohl sein? Eben das was es aussagt, ein Heiß-Wasser-Strand! Jawohl. Es sieht wie ein ganz normaler Sandstrand aus, ganz so wie man ihn auch an deutschen Küsten finden kann, ABER hier in Enzet gibt es noch ein kleines Schmankerl oben drauf: hier kommt heißes Wasser aus dem Sand und man kann sich seinen eigenen persönlichen Spa-Pool buddeln und genießen, jedoch nur solange die Ebbe vorhält. Dann kommt es wieder, das Meer, mit großen kalten Wellen...und sind die Sanddämme nicht hoch genug, nunja...

WIr haben es nur zu einem erquickenden Fußbad gebracht, wir waren ja etwas spät dran, um noch das volle Spa-Programm zu fahren. Hach, war das herlich!

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Volcanic Wonderland

Wunder über Wunder, wir kommen aus dem Wundern gar nicht mehr raus. Von Coromandel Penisula ging es Richtung SO nach Roturua. Dort, so ziemlich im Herzen der Nordinsel, liegt das jüngste und vulkanisch aktivste Gebiet Neuseelands. Genau das Richtige für uns! Geysire, Schlammblubber, rumorende Erde, Schwefelkristalle - und das mitten im Wald. Schon als wir aus dem Auto rollten, fiel uns ein seltsam penetranter Geruch auf. Wir zwei Indonesien-Erfahrenen erkannten es natürlich sofort und waren voller Vorfreude, jedoch Alex musste einen leichten Würgereflex unterdrücken - das riecht ja wie im Sch...haus - nee, das riecht nach Schwefel, juchuu, Vulkane

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Wir besuchten zwei thermal aktive Gebiete. Überall blubberte und qualmte es. Der Wald, in Nebel gehüllt, so dass die Sonne nicht mehr durchkam. Wir stapften durch eine andere Welt. Leuchtende Farben, geheimnisvolles Zischen, bedrohliches Grummeln aus der Erde - und will man wissen, wie warm diese Blubber sind, sollte man sie trotzdem nicht anfassen; sie sind heiß! 70°C um genau zu sein, hehe, naja.

Zu dem Geysir mussten wir am nächsten Morgen nochmal, weil dieser pünktlich um 10.15Uhr auszubrechen pflegt. Tolles Schauspiel, so viel kann man sagen. Und das Wasser ist gar nicht warm, wie man vermuten sollte, sondern kalt, ha.

Nachdem wir dann auch die Schlammblubber zweimal besucht hatten, brachen wir nach Hamilton auf, weil wir noch auf der Farm vorbei mussten, um unsere großen Rucksäcke abzuholen, bevor den Sprung über Wellington nach Picton auf die Südinsel wagten.

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Die Tickets für die Fähre waren schon gebucht, Carsten sei dank. Circa drei Stunden Autofahrt lagen vor uns. Am frühen Abend erreichten wir unser geliebtes Farmhäuschen. Unser Arbeitsauto stand davor, hach, fast wurden wir etwas sentimental, schnief. Gonzo war noch unterwegs und kümmerte sich um die Geschicke der Kühe, so dass wir auf einen kurzen Schnack mit Nacho einkehrten. Wir sackten unsere Sachen ein und verstauten sie im Auto - glücklicher Weise hatten wir ja ein grösseres Auto als erwartet, sonst wären wir chancenlos gewesen, ähäm. Die Zeit des vorläufig endgültigen Abschieds war gekommen, aber nicht ohne vorher noch ein letztes Mal im Cowshed vorbeizufahren schließlich mussten wir ja Alex auch zeigen, wo wir die Zeit gearbeitet hatten. Ein vertrauter Weg, hihi. Und da lag er vor uns. Ein vertrauter Geruch stieg uns in die Nase; seltsam, dort zu sein, ohne Arbeitsklamotten. Als wir um die Ecke kamen, stand dort ein völlig in seine Arbeit vertiefter Gonzo - hey, old man die Freude war groß! Der Waschvorgang der Melkanlage war gerade abgeschlossen und es kribbelte in den Fingern, hah, ein letztes Mal cups off, yes, das konnten wir uns nicht nehmen lassen, hehe. Wir plauderten noch eine Weile, bis es schließlich schon relativ spät war und wir ja noch ein Stückchen fahren wollten...

Nun gut wir kamen nur zurück bis nach Hamilton, weiter hätte keinen Sinn gemacht, also haben wir eine Nacht in einem total schrägen Hostel verbracht...

Am nächsten Morgen machten wir, dass wir weg kamen von dort. Ein gewaltiger Trip Richtung Wellington lag vor uns.

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Vorbei an beeindruckender Landschaft, unter anderem DEM Mount Doom, der Schmiede des einen Rings...aber keine Zeit für Stopps - ein anderes Mal. Jedoch ließen wir es uns nicht nehmen einen aktiven Kiwi zu besuchen, im Otorohanga Kiwi-House. Da diese Vögel ja aber bekanntermaßen nachtaktiv sind, haben wir auch nicht wirklich viel sehen können, aber immerhin tippelte eine seltsam anmutende Gestalt am hinteren Ende der Anlage entlang und das sah wirklich lustig aus!

Schließlich erreichten wir Paekakariki, eine kleines Örtchen, in dem wir für die Nacht eine Bleibe finden sollten - joi, war es dort schön! Das Hostel lag auf einem kleinen Hügel mit direktem Blick auf's Meer. Die Wellen rauschten, der Wind pfiff und das Beste war: wir waren die einzigen Gäste! Hier hätte man es auch noch länger aushalten können, aber wir  mussten weiter - noch eine halbe Stunde Fahrzeit bis nach Wellington lag am nächsten  Tag vor uns. Das Meer brandete direkt an die Küstenstraße, super schön!

Wir erreichten Wellington in time, gaben das Auto ab und unser Gepäck auf und auf ging es nach Süden. Die Insel mit den Fjordlands, Gletschern und Schnee. Aber unser erstes Ziel hieß Nelson, der Satdt mit den meisten Sonnenstunden...

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Kommentare

12.07.07 13:11  Markus     
Sehr schöner Bericht, scheint ja alles gut zu laufen bei euch. Nur weiter so und noch alles gute.

10.07.07 07:51  Eltern.Wand     
Ja, so ist's fein. Endlich wird meine morgendliche Vorfreude wieder belohnt. Ich wusste, dass da noch etwas fehlt. Diese glücklichen Momente braucht man, wie Schokolade. Jeden Seufzer und jedes Jauchzen können wir mitempfinden.Auch das Fluchen - wir können immer wieder staunen und schmunzeln. Macht Eure Sache weiter so gut. Bleibt gesund und guter Dinge.

06.07.07 01:16  Miri     
Juhuuu, Neuigkeiten! Spannungsbögen gut und schön, aber mehr, mehr, mehr! Ganz liebe Grüße aus dem kalten und nassen Hannover.

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