Kiwi-Rising

» Kiwi-Rising - Reiseberichte aus Neuseeland und Indonesien von Tanja & Franziska

12. Mai 2007

Franz Josef

 

Franz Josef bezeichnet zum einen ein Dorf, zum anderen ist es der Name eines Gletschers. Doch woher kommt dieser europäische Name? Ein Österreicher (Julius Haast) hat den Gletscher 1865 als erster erforscht und ihn zu Ehren eines ehemaligen österreichischen Herrschers nach dessen Namen benannt. Eine Legende der Maori besagt, dass eine junge Frau, welch die Berge liebte, ihren Freund quasi gegen seinen Willen ins Gebirge gelockt hat. Bei dieser Gelegenheit ist er natürlich tödlich verunglückt. Und – wer weiß wie es weiter geht? Richtig, die Tränen der jungen Frau sind gefroren und bildeten von dort an den Franz Josef Glacier.

 

FranzJosephGlet-1186100105

 

Das Dorf erinnert mich stark an eine Apres-Ski-Ort, denn alles blinkte und leuchtete im bunten Neonlicht, und das Design der Kneipen und Hütten scheint sich an das klassische Vorbild  aus den Skiregionen in Österreich anzulehnen. Im Gegensatz zum Schein mußten wir allerdings feststellen, dass die Bürgersteige gegen 22 Uhr so ziemlich hochgeklappt werden, denn auf der nächtlichen Suche nach einer zünftigen Kneipe sind wir orientierungslos umhergeirrt, da am ersten Abend alles schon geschlossen hatte. Mehr Glück sollten wir in der darauffolgenden Nacht haben. Wieder einmal auf der Suche strandeten wir im Blue Eyes. Die Hauptbeschäftigung der Anwesenden hier bestand definitv aus der Balz ums andere Geschlecht. Dazu kam eine Art Gogo-Stange im Raum gerade recht, an der sich die Mädels als auch die Kerle so richtig beweisen konnten.  

Auf dem Höhepunkt des Abends, nachdem im Vorfeld schon versucht wurde unseren Jungs Kondome abzukaufen und uns angeboten wurde die BH's gegen ein Bier zu tauschen, rannten schließlich noch sechs Nudisten (3 Mädels, 3 Jungs) quer durch den Schankraum, 3x um den Billardtisch und dann raus in die Freiheit. Wo waren wir eigentlich gelandet, in einem Swinger-Club oder sowas? Zeit zu gehen, und außerdem waren wir mittlerweile auch ganz schön voll und wollten am nächsten Tag früh aufstehen.

Bis zum Anfang der Gletscherzunge kann man dasNaturspektakel selbst erforschen. Will man auf zu höheren Zielen muss man an einer Guided Tour teilnehmen, was absolut notwendig ist, denn so ein Gletscher stellte sich als ganz schön schwer zu erklimmen heraus. Fränze, Alex und ich haben uns diese einmalige Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen. 

Am nächsten Morgen also die Sachen gepackt und zum Treffpunkt für die Gletscherwilligen  gegangen. Dort wurde man erstmal ordentlich ausgestattet. Das bedeutet ggf. mit geeignetem Schuhwerk, Regenklamotten, Spikes, Handschuhen und Mützen und so weiter. Mit dem Bus ging's im Anschluß dann zum Fuße des Franz Josef Glaciers, der ca. 4km vom Village entfernt liegt. Da wir am Tag zuvor schon einen ersten Erkundungsausflug dorthin unternommen hatten, war uns das ganze Vorgeplänkel nicht fremd. Und da war er wieder - unser Freund Franz Josef. 

 Franz Josef - Gletscherspalte


Also auf zur Ganztagestour mit der so genannten challenge group über und durchs „ewige“ Eis. Das war ein wahres Abenteuer, denn mit Spikes und Eispickeln ausgerüstet ist man zwar schon mal gut beraten, aber tiefe Spalten, Abgründe, überfrorene Wasserlöcher und wegbrechende Eisflächen machen das ganze zu einem Erlebnis mit häufiger Adrenalin-Ausschüttung.   Und wer hätte das gedacht, oben auf den eisigen Bergen war es so warm, dass man entspannt in kurzer Hose rumlaufen konnte. Allerdings war der Guide der einzige, der daran wirklich geglaubt hat. Und wunder wunder, es wurde zeitweise ganz schön warm - das Blut kommt in Wallung wenn man an so einer Eiswand hängt und sich abseilen muss oder sich irgendwie mit den Spikes seitlich in die Wand einer Gletscherspalte

hackt, um oben wieder heraus zu kommen. Körperliche Fitness stellte sich als eine wichtige Grundlage heraus, und wer nicht schwindelfrei ist oder unter Platzangst leidet sollte vielleicht nicht unbedingt bei so einer Tour versuchen seine Ängste zu überwinden. Abschüssige Kletterpartien gehörten genauso zum Pogramm wie verdammt enge Passagen durch Gletscherspalten.



Kommentare

26.03.08 14:31  Claudia     
Hallo, bin grad auf der Suche nach Inspiration für unsere NZ-Reise im November 2008 auf deine Seite gestoßen *freu* Hört sich an, als ob der Gletscher ein Highlight war...

06.08.07 18:49  Alex G.     
Nett ...sehr nett! :)

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