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12. Mai 2007von Haast ueber die Catlins
Nach einer erfolgreichen Ganztages-Gletscher-Tour, von der wir erst am fruehen Abend erschoepft und froehlich zurueckgekehrt sind, stellte es sich als etwas utopisch heraus, den ganzen Weg zum naechsten Zielort abzureissen. Zumindest wenn man die Nacht noch in einem Bett und nicht im Auto verbringen wollte. Der Abend graute bereits und nach Wanaka sollten es noch gut 4 Stunden Fahrtzeit sein. Also wurde kurzerhand ein naechtlicher Aufenthalt in Haast eingeplant, was sich ca. auf der Haelfte der Strecke befindet. Hierhin mussten wir es allerdings in einem relativ knappen Zeitplan schaffen, denn der Hostel-Papa wollte schliesslich nicht den ganzen Abend warten.
HaastDie Strassenverhaeltnisse waren so halbwegs passabel, immerhin befinden wir uns hier in den Wintermonaten. Die Fahrbahn war gelegentlich ueberfroren, auf Winterreifen stehen die Kiwis nicht wirklich (wenn’s wirklich schneit gibt’s Schneeketten) und Rollsplit bietet alles in allem auch nicht den optimalen Anti-Schlitterschutz.
Just in time erreichten wir also nach gut zwei Stunden Autofahrt das Hostel, gerade noch rechtzeitig um einzuchecken. Der Hostel-Vater erschien ein wenig gruselig, hatte aber noch eine Menge zu erzaehlen und erweckte alles in allem einen grossvaeterlichen Eindruck. Auch wenn so ein paar Eigenarten wie “Kochen und Abwasch nur bis 22 Uhr” eine zweifelhafte Fuersorge wiederspiegelten. Dieses Gefuehl sollte sich spaeter am Abend auch noch weiter festigen, denn puenktlich zum Abwaschen hatten wir eine kleine Predigt an der Backe. Wir haben zwar artig unser Zeug sauber gemacht, aber irgendein nicht so gewissenhafter Backpacker hat sein Geschirr ordnungswidrig stehen gelassen. Das war Anlass genug um seinem Unmut Luft zumachen, der sich auf uns ergoss. “Ich bin doch nicht deren Vater!” Gezeter und “Ich stell das Gas zum Fruehstueck ab, dann koennen die Leute zusehen was sie machen!” war genauso dabei wie toootal subtile Anspielungen auf Leute, die nur ihren Kram abwaschem wuerden, und sich anstellen, auch mal 1-2Tassen von anderen mit sauber zu machen. Mal abgesehen davon, dass es sich um eher einen Haufen Geschirr handelte, und mit Sicherheit 1-2 Tassen fuer uns kein Problem gewesen waeren – so bestimmt nicht! “Sind wir etwa deine beschissenen Putzen?!!” entrutschte es Carsten, aber den Haussfrieden wahrend wurde das nur unter uns ausgesprochen. *grins* Wir brauchten zum Fruehstueck eh nur ‘n Wasserkocher und Toaster, so – who cares?
Das muss man sich in etwa so vorstellen: 10m fahren, anhalten, Autotueren fliegen auf, vier Leute springen bewaffnet mit Kamera ins Freie, schwaermen aus um alles zu fotografieren und verschwinden als ob nix gewesen waere wieder nach 10 Minuten im Auto. Dieses Spielchen kann man voellig problemlos mehrere hundert Kilometer spielen… *zwinker* Irgendwann muendete die Strasse wieder einmal in einer Gravel Road, das bedeutet der Asphalt hat ein Ende und macht Schotter und Matsch platz. Doch was war das? Unsere Fotosafari fand ein jaehes Ende, als naemlich gerade noch rechtzeitig ein Full Stop eingelegt werden konnte. Vor uns kreuzte ein kleiner Fjordlauf die Fahrbahn, wirklich unueberwindbar ohne Jeep. Hm, na gut, also wohl oder uebel wieder den Weg zurueck und weiter gen Haast gefahren.
Ein Zwischenstopp in den Catlins erwies sich noch als kleine aber feine Erholungspause, bevor es zum finalen Endspurt ging. Die Maitai Waterfalls liegen versteckt inmitten eines wunderschoenen Regenwaeldchens. Nach einem kurzen Spaziergang durch die echt friedliche Stille dieses Ortes eroeffnen sich einem die Wasserfaelle. Das sollte also unser vorerst letzte Sightseeingpoint des Tages sein. Oder?
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